2026 - Blind Spirit
Tief im Herzen des dunklen Waldes liegt ein Ort, der hinter Nebel und Moos verborgen ist und von flüsternden Bäumen beschützt wird. Hier lebt ein Stamm sonderbarer Gestalten. Wir sehen nichts. Unsere Augen sind geschlossen, nicht aus Blindheit, sondern aus Überzeugung. Denn nur, wer nichts sieht, hört alles: den Klang der Wurzeln. Den Klang der Wurzeln. das Zittern der Blätter. den Rhythmus des Lebens. Wir werden von unserem Herrn geführt – er sieht, doch er spricht nicht. Ein uraltes Versprechen hat ihm die Stimme genommen. Doch er spricht durch unser Spiel. In seinen Händen liegt ein Buch. Wenn er eine Seite berührt, beginnen unsere Instrumente zu reagieren. Die Trompete wird schwer, die Posaune zittert und die Pauke spannt sich. Ein Widerstand im Blasrohr – wir drehen. Ein Zittern im Trommelfell – wir halten. Ein Impuls im Sousaphon – und wir gehen. Das ist seine Sprache. Keine Worte. Keine Zeichen. Nur Impulse, die wir verstehen. Wir sehen ihn nicht, doch wir hören ihn. In den Schwingungen. Im Takt. Und wenn der Wald ruft, antworten wir mit unserem Tätschersound.

















































